5 Gründe, weshalb wir ein Familienbett empfehlen

Nun macht mal aus eurem Kind keine Prinzessin…!

Das oder etwas Ähnliches muss man sich in der Regel anhören, wenn man sein Kind länger als 10 Monate (oder einen ähnlichen kurzen Zeitraum) in seinem Schlafzimmer schlafen lässt.

Doch seid euch gewiss – Ihr seid nicht „unnormal“. (Und selbst wenn, wer möchte schon gern normal sein…)

Leider herrscht noch viel zu häufig die Meinung, man dürfe sein Kind nicht „verziehen“ und müsse es möglichst frühzeitig auf die „harte Welt“ vorbereiten und somit im eigenen Kinderzimmer schlafen lassen. Solche Gedanken der Eltern entstehen leider nur dann, wenn sie Angst haben, aus ihrem Kind könnte „nichts werden“ – was in Wahrheit ein völliger Irrglaube ist!

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5 Gründe, weshalb wir ein Familienbett empfehlen

Ich gehe sogar einen Schritt weiter und sage: nur, wenn ein Baby sich maximal geborgen fühlt (Tag und Nacht), kann es in Ruhe eine solide Basis schaffen, die später für die wichtigsten Fähigkeiten überhaupt sorgen – wie z.B.: ein hohes Selbstbewusstsein (keine Arroganz), innere Ruhe und das Gefühl, etwas Besonderes/Wertvolles zu sein.

Wenn Ihr also mit dem Gedanken „Familienbett“ spielt, lasst euch nicht abbringen und überzeugt euch von den folgenden 5 Vorteilen:

Die 5 Vorteile eines Familienbettes

1. Die Nächte werden ruhiger

Die ruhigeren Nächte passieren sogar auf zwei verschiedenen Wegen: Zum einen kehrt mehr Ruhe ins Schlafzimmer ein, da man nachts – wenn das Baby munter wird und weint – nicht erst aufstehen, das Licht anschalten uns ins Kinderzimmer laufen muss, sondern sich einfach nur zur Seite drehen und das Baby in den Arm nehmen kann. So kommt der Kreislauf von Mama und Papa deutlich weniger in Schwung und das wieder Einschlafen geht für alle Beteiligten in der Regel auch deutlich schneller und einfacher.

Aber nicht nur das. Da das Baby die Nähe von Mama und Papa (die ausstrahlende Wärme, das ruhige Atmen etc.) spürt, kommt es meist zu weniger nächtlichen Schrei-Attacken (natürlich ausgenommen Bauchschmerzen etc.). Das Baby fühlt sich geborgen und beschützt und kann so in die schönste Traumlandschaft gleiten.

2. Das Stillen geht deutlich einfacher

Immer mehr Eltern entscheiden sich zu Beginn für ein Beistellbett, was direkt neben dem Elternbett platziert wird. Es besteht zum Elternbett also kein bzw. ein wahlweise abbaubares Gitterteil, so dass das Bett von Mama und Papa quasi um die Fläche des Beistellbettes vergrößert wird.

Wird euer Baby nachts nun munter, weil es etwas geträumt hat oder weil es Bauchschmerzen hat oder weil es einfach nur Hunger/Durst hat, braucht Mama nicht einmal aufzustehen, sondern braucht sich nur zur Seite zu drehen und den kleinen Schreihals an sich heran zu ziehen und stillen.

In der Regel funktioniert das so gut, dass beide dabei sehr schnell wieder einschlafen. Nicht selten die Mama eher als das Baby. 🙂

Familienbetten - Ideal für stillende Mütter
Familienbetten – Ideal für stillende Mütter

3. Eure Familie wird eins

Wichtig ist, sein Baby nicht „erziehen“ zu wollen. Hier macht ihr euch als Eltern das Leben nur unnütz schwer. Euer „Job“ besteht im Wesentlichen „nur“ darin, da zu sein. Nicht mehr und nicht weniger.

Aber ihr werdet schnell merken, dass das „einfach nur da sein“ schon ziemlich viel Arbeit ist. 🙂

Mit dieser grundlegenden Einstellung aber, entsteht eine Harmonie, die heutzutage leider viel zu selten anzutreffen ist. Diese grundlegende Einstellung betrifft natürlich nicht nur das Schlafen im Familienbett, fängt aber genau dort an. #twentyfourseven

4. Der Sex wird aufregender

Solltet ihr Bedenken haben, dass euer Sex durch das Familienbett darunter leiden könnte, dann kann ich euch beruhigen. Dem ist nicht so. Im Gegenteil.

Ihr habt nämlich so die Möglichkeit, eurer Fantasie freien Lauf zu lassen und euch z.B. andere kuschelige Orte zu überlegen. Schließlich ist der Sex außerhalb des Schlafzimmers ohnehin der bessere und aufregenderer. 🙂

5. Euer Kind fühlt sich sicher und geborgen

Affen schlafen auch im Familienbett :-)
Affen schlafen auch im Familienbett 🙂

Wie bereits schon angesprochen, zählt die Nähe zur Mama zu den Grundbedürfnissen eines jeden Babys.

Wirft man einen Blick in die Natur und Tierwelt, so würde es einer Affen-Mama nicht im Traum einfallen, ihr frisch geschlüpftes Affen-Baby nachts auf einem anderen Baum alleine schlafen zu lassen.

Und umgekehrt würde das Affen-Babys panisch nach ihrer Mama rufen.

Dieses Grundbedürfnis bzw. diese Ur-Angst steckt heute auch noch in jedem Menschen-Baby. Ist Mama da, ist alles gut. Ist Mama nicht da, kann es gefährlich werden…

Coole Ideen für mögliche Familienbetten

Familienbett ist nicht gleich Familienbett. Hier kann man kreativ werden und einfach mal ein paar Dinge ausprobieren.

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Familienbett Ideen – Quelle: geborgen-wachsen.de

Häufig verbreitete Arten sind:

  • Beistellbett neben Elternbett
  • „Normales“ Bett (z.B.: 90 x 180 cm) neben Elternbett
  • Kompletter Eigenbau
  • Matratzenlandschaft

Eine tolle Ideensammlung von möglichen Familienbett-Arten findet ihr bei Susanne Mierau auf geborgen-wachsen.de. Schaut auf jeden Fall bei ihr vorbei – Es lohnt sich!

Wie ihr Kritikern entgegnen könnt

Es ist relativ wahrscheinlich, dass es Kritiker geben wird, die gegen das Schlafen im Familienbett propagieren. Natürlich kann jeder seine eigene Meinung haben, doch mit ein paar guten Argumenten, könnt ihr die Kritiker ruhig stellen und sie eventuell sogar vom Gegenteil überzeugen.

Die folgenden Aussagen könnten euch durchaus begegnen:

  1. Das Kind könnte im Familienbett ersticken
  2. Paare mit Familienbett haben keinen Sex
  3. Das Baby wird verwöhnt

Gute Argumente, die dies widerlegen sind:

1. Sehr häufig wird das Familienbett als gefährlich bezeichnet, da das Kind durch Decken, Kissen, etc. zugedeckt und somit nicht genügend Luft bekommen könnte.

In der Praxis sorgt jedoch die Intuition und der gesunde Menschenverstand dafür, dass dies nicht passiert. Im Gegenteil:

 

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    Familienbett als sicherer Schlafplatz für Eltern & Baby – Quelle: hebammenblog.de

Oder hier:

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Quelle: rabeneltern.org

2. Das Thema Sex wird ebenfalls sehr häufig angeführt. Das ist auch ein sehr wichtiges Thema, schließlich sind Mama und Papa nicht ausschließlich Mama und Papa, sondern auch Mann und Frau.

Wir sind aber der festen Überzeugung, dass ein Familienbett bezgl. Sex keinerlei Hindernis darstellen muss. Es gibt zahlreiche andere Orte, an denen man kuscheln kann. Meist bieten diese sogar noch einen größeren Anreiz als immer nur das Schlafzimmer. 🙂

3. Das Baby wird verwöhnt – Ein Baby kann man nicht verwöhnen!

Kathrin von nestling.org sagt es so, wie man es nicht besser sagen kann: „Wenn ein Kind bei seinen Eltern schlafen darf, werden lediglich seine elementaren Bedürfnisse gestillt.“

Es hat nullkommanull mit verwöhnen oder verziehen zu tun. Es sind die Grundbedürfnisse eines kleinen, hilflosen und alleine nicht überlebensfähigen Babys.

Einige sind auch der Meinung, wenn man sein Kind nicht früh genug ans eigene Bett/Zimmer gewöhnt, dass es wohl dann noch mit 18 Jahren im Elternschlafzimmer schlafen würde. Das ist natürlich übertrieben und nicht wahr. Euer Kind wird von ganz alleine und viele Jahre bevor es 18 ist, den freiwilligen Umzug ins eigene Bett und Kinderzimmer vornehmen.

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Kein Verwöhnen im Familienbett

So macht ihr euer Familienbett sicher

Wenn Ihr die folgenden Punkte berücksichtigt, dann sollte einem gemeinsamen Kuscheln nichts mehr im Wege stehen:

  • Keine Tiere
    Tiere haben im Familienbett nichts verloren. Die Gefahr, dass sich z.B. die Katze auf das Baby (Gesicht) legt, ist viel zu groß.
  • Verzicht auf Alkohol
    Jedem sollte klar sein, dass übermäßiger Alkoholkonsum und Familienbett nicht zusammen passen. Das Gute ist jedoch, das ihr als junge Eltern vom Baby-Glück so „im Rausch“ sein werdet, dass jeglicher Alkohol überflüssig ist. Ihr seid sowieso schon fröhlich und überglücklich.
  • Keine Raucher
    Als Raucher atmet man z.B. Reste von Nikotin aus, die das Baby einatmen könnte.
  • Rausfallschutz
    Euer Familienbett sollte so gebaut sein, dass das Baby nicht herausfallen kann. Hier lassen sich jedoch mit etwas Kreativität die schönsten Kuschelplätze herrichten.
  • Korrekte Temperatur
    Da es im Familienbett meist wärmer als allein im Babybett ist, sollte auf eine angemessene Schlaftemperatur geachtet werden. Empfehlenswert sind zwischen 16 bis 18°C. Ideal ist natürlich auch ein der Jahreszeit angemessenen Baby-Schlafsack.

Fazit

Ich bin voll und ganz überzeugt vom Schlafen im Familienbett. Und würde es jederzeit genau wieder so machen (bei unserem 2. Kind tun wir das natürlich auch).

Jede Mama und jeder Papa kennt das unschöne Gefühl, wenn man sein kleines, hilfloses Baby nicht im Blick hat und nicht zu 100% weiß, was gerade mit ihm passiert, wie es sich fühlt, was es in diesem Moment macht etc.

Es fühlt sich einfach falsch an, sein kleines Baby nachts alleine in einem anderen Zimmer schlafen zu lassen. Bitte nehmt Abstand von irgendwelchen „Trainingsprogrammen“ via „Jedes Kind kann schlafen lernen…“ sondern hört und vertraut auf euer Gefühl!

Was haltet ihr vom Familienbett?
Wie sehen eure Schlafplätze aus?

Quellen:

2 comments

Sehr schöner Beitrag! Wir sind auch Familienbettschläfer und lieben es! Es ist einfach gemütlich und wunderschön. Auch zu sehen, wie die Geschwister nachts miteinander kuscheln. Die Familie wächst richtig feste zusammen. Alle schlafen sicher und geborgen. Unsere Familienbett Idee haben wir bei http://familienbetten.net/ gefunden. Können wir nur wärmstens weiterempfehlen 🙂 Wir schlafen nun aus 2 Betten mit einer Gesamtliegefläche von 270 cm. Für uns total perfekt und weiterer Vorteil: Mehr Platz im Kinderzimmer, weil dort kein Bett steht 😀

Unser Sohn wird 2 und schläft auch seit seiner Geburt bei uns im Bett und wir finden es alle super 🙂 Wir hatten auch nie Probleme mit dem Einschlafen oder Ähnliches. Gerade anfangs beim Stillen fand ich es super praktisch, den Zwerg einfach „ranzuziehen“ und ich denke für die Kleinen ist es einfach ein tolles Gefühl von Geborgenheit wenn sie auch nachts aufwachen und sofort merken, Mama und/oder Papa sind da.

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